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JÖRG HAUSIG FOTO & MEHR
Die Paradiesmühle zu Niemegk oder ein Haus stirbt. Als Kind habe ich meine Ferien in der Paradiesmühle verbracht. Denn die Eigentümer waren meine Großeltern. In diesen Ferien habe ich auch in der Puppenfabrik geholfen, Puppen aus Kunststoff zusammen zu bauen. Und das Lager war ein toller Spielplatz. Die Paradiesmühle war eine Wassermühle nördlich von Niemegk und soll schon im 14. Jahrhundert bestanden haben. 1506 wird sie schriftlich erwähnt als Mühle mit einem Gang, 1713 als „Kleinenmühle mit zwei Gängen vor dem Belziger Tor zu Niemegk“, als Öl- und Walkmühle. Viel später erst entwickelte sie sich zur Mahlmühle. 1791 war die „Paradiesmühle wüste“ vermutlich war sie abgebrannt. 1840 war sie wieder in Betrieb und 1861 nannte man sie im Volksmund „Puffmühle“ weil der Müller Puff hieß. Nach seinen Namen erhielt auch der Bach, von der Rollbrücke angefangen bis zu Plane, den Namen Puffbach.
Alte Bilder
Paradiesmühle 2004
Paradiesmühle 2006
Paradiesmühle 2009
Paradiesmühle 2010
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert gab der Eigentümer Krüger die Paradiesmühle auf. Der neue Eigentümer Ernst Henze war kein Müller und betrieb nur Landwirtschaft auf den zur Mühle gehörenden Feldern und Wiesen und führte die im Hause bestehende Gastwirtschaft weiter. Um 1931 ließ er in den Räume der Mühle eine Jugendherberge mit 82 Lagerstätten herrichten. Die Versorgung der Herbergsgäste erfolgt in der Gaststätte mit zum Teil frischen Erzeugnissen aus der eigenen Produktion. Im Sommer und besonders sonntags war die Paradiesmühle ein gern besuchtes Ausflugslokal. In den Jahren nach 1945 wurde in dem Mühlengebäude die Spielwarenfabrikation von Ernst Seidel aufgebaut. Das Wasserrad der Mühle drehte sich zu jener Zeit nicht mehr und das Wasser des Puffbaches lief ungenutzt zur Plane. Anfang der 1950er Jahre wurde die Gaststätten, der Betreiber Ernst Henze war jetzt im Rentenalter, geschlossen. Ernst Henze betrieb jetzt nur noch die Landwirtschaft die zur Mühle gehörte. In den 1960er Jahre wurden Produktionsstätten der Spielwarenfabrikationen durch eine Firma aus Elsterwerda übernommen und diese stellte darin Puppen aus Kunststoff her. Als dann in den 1970er Jahre durch Meliorationsmaßnahmen der Puffbach tiefer gelegt wurde, bekam die Paradiesmühle starke Risse im Mauerwerk und der Verfall war nicht mehr aufzuhalten.
Paradiesmühle 2011
Quellenangabe: Siegfried Dalitz, Die Chronik der Stadt Niemegk Band 4
Paradiesmühle
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Paradiesmühle
Die Paradiesmühle zu Niemegk oder ein Haus stirbt. Als Kind habe ich meine Ferien in der Paradiesmühle verbracht. Denn die Eigentümer waren meine Großeltern. In diesen Ferien habe ich auch in der Puppenfabrik geholfen, Puppen aus Kunststoff zusammen zu bauen. Und das Lager war ein toller Spielplatz. Die Paradiesmühle war eine Wassermühle nördlich von Niemegk und soll schon im 14. Jahrhundert bestanden haben. 1506 wird sie schriftlich erwähnt als Mühle mit einem Gang, 1713 als „Kleinenmühle mit zwei Gängen vor dem Belziger Tor zu Niemegk“, als Öl- und Walkmühle. Viel später erst entwickelte sie sich zur Mahlmühle. 1791 war die „Paradiesmühle wüste“ vermutlich war sie abgebrannt. 1840 war sie wieder in Betrieb und 1861 nannte man sie im Volksmund „Puffmühle“ weil der Müller Puff hieß. Nach seinen Namen erhielt auch der Bach, von der Rollbrücke angefangen bis zu Plane, den Namen Puffbach.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert gab der Eigentümer Krüger die Paradiesmühle auf. Der neue Eigentümer Ernst Henze war kein Müller und betrieb nur Landwirtschaft auf den zur Mühle gehörenden Feldern und Wiesen und führte die im Hause bestehende Gastwirtschaft weiter. Um 1931 ließ er in den Räume der Mühle eine Jugendherberge mit 82 Lagerstätten herrichten. Die Versorgung der Herbergsgäste erfolgt in der Gaststätte mit zum Teil frischen Erzeugnissen aus der eigenen Produktion. Im Sommer und besonders sonntags war die Paradiesmühle ein gern besuchtes Ausflugslokal. In den Jahren nach 1945 wurde in dem Mühlengebäude die Spielwarenfabrikation von Ernst Seidel aufgebaut. Das Wasserrad der Mühle drehte sich zu jener Zeit nicht mehr und das Wasser des Puffbaches lief ungenutzt zur Plane. Anfang der 1950er Jahre wurde die Gaststätten, der Betreiber Ernst Henze war jetzt im Rentenalter, geschlossen. Ernst Henze betrieb jetzt nur noch die Landwirtschaft die zur Mühle gehörte. In den 1960er Jahre wurden Produktionsstätten der Spielwarenfabrikationen durch eine Firma aus Elsterwerda übernommen und diese stellte darin Puppen aus Kunststoff her. Als dann in den 1970er Jahre durch Meliorationsmaßnahmen der Puffbach tiefer gelegt wurde, bekam die Paradiesmühle starke Risse im Mauerwerk und der Verfall war nicht mehr aufzuhalten.
Quellenangabe: Siegfried Dalitz, Die Chronik der Stadt Niemegk Band 4
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